Wie ein Anruf durch PhoneWall läuft
PhoneWall nimmt jeden Anruf an, bevor im Haus etwas klingelt. In diesem Moment steht die Nummer fest, und damit der Weg.
Die Weiche
- Die Nummer steht auf Ihrer Freiliste
- Es klingelt sofort. Keine Ansage, keine Taste, keine Wartezeit.
- Die Nummer ist unbekannt
- Der Anrufer hört eine kurze Ansage. Danach klingelt es. Ist die Aufnahme für Unbekannte eingeschaltet, wird er vorher um Zustimmung gefragt.
- Die Nummer ist unterdrückt
- Sie gilt als unbekannt.
- Die Nummer steht auf der Aufzeichnungsliste
- Ansage und Frage nach der Zustimmung, auch wenn die Nummer zugleich auf der Freiliste steht. Eine Aufnahme ohne Zustimmung soll es nie geben, deshalb sticht diese Liste alle anderen.
- Die Nummer steht auf der Sperrliste
- Sie wird abgewiesen, es klingelt nicht.
So läuft die Frage nach der Aufnahme ab
Diese Frage ist der Teil, der am meisten abhält. Wer betrügen oder belästigen will, möchte seine Stimme nicht auf einer Aufnahme wissen, und viele legen hier auf. Eine Garantie ist das nicht.
- Die Ansage sagt, dass aufgezeichnet werden soll, und wo alles Weitere nachzulesen ist.
- Die Frage nennt zwei Tasten: die Eins für Ja, die Neun für Nein. PhoneWall Server versteht auf Wunsch auch ein gesprochenes Ja oder Nein.
- Nach der Eins beginnt die Aufnahme, und es klingelt. Die Frage selbst wird nicht mitgeschnitten.
Bei der Neun hört der Anrufer „In Ordnung. Dieses Gespräch wird nicht aufgezeichnet.“ und wird verbunden. Ihr Telefon zeigt beim Klingeln „Keine Aufnahme“ neben der Nummer, damit Sie schon vor dem Abheben wissen, woran Sie sind. Das ist die Voreinstellung, und sie hat einen Grund: Zustimmen kann nur, wer auch Nein sagen darf, ohne ausgesperrt zu werden. Wer es strenger will, stellt ein, dass PhoneWall nach einem Nein auflegt. Wer gar nichts drückt, wird nicht verbunden.
Fällt Ihnen erst mitten im Gespräch ein, dass Sie es gern aufnehmen würden, wählen Sie *3. PhoneWall fragt die andere Seite, und erst nach ihrem Ja läuft die Aufnahme. Nochmal *3 beendet sie.
Nachts
Mit der Nachtruhe bekommen Unbekannte eine andere Ansage und landen beim Anrufbeantworter. Das Telefon bleibt still. Wer auf der Freiliste steht, kommt weiter durch, auch um drei Uhr. Nachts ist genau die Zeit, in der ein Anruf von einem vertrauten Menschen wichtig sein kann. Die Nachtruhe lässt sich je Leitung einstellen.
Am Telefon bedienen
Für das Meiste brauchen Sie keinen Bildschirm. Diese Kurzwahlen gelten an jedem Telefon, das an PhoneWall angemeldet ist.
- *77
- die letzte Nummer sperren
- *78
- die letzte Nummer freigeben, sie kommt künftig ohne Ansage durch
- *79
- die letzte Nummer aus beiden Listen nehmen, falls Sie sich vertippt haben
- *9
- im Gespräch: die Gegenseite sperren, das Gespräch läuft weiter
- *3
- im Gespräch: um Zustimmung zur Aufnahme bitten, oder eine laufende Aufnahme beenden
- *97
- die jüngste Aufnahme anhören, nur mit Ihrer PIN
- *43
- Echotest: Sie hören, wie Ihre Stimme ankommt
- #31#
- vor der Nummer: die eigene Nummer für diesen einen Anruf nicht zeigen. Notrufe gehen trotzdem mit Nummer hinaus.
Mehrere Gespräche, Weiterleiten, Nachrichten, Fax
PhoneWall One führt bis zu drei Gespräche gleichzeitig, ein vierter Anruf hört besetzt. PhoneWall Server schafft mehr. Wählt jemand im Haus den Notruf, während alle Plätze belegt sind, beendet PhoneWall eines der Gespräche ordentlich, damit der Notruf hinausgeht.
Ein Gespräch können Sie am Telefon weitergeben, an ein anderes Telefon im Haus oder an eine Nummer draußen. Das geht direkt oder nach kurzer Rücksprache mit dem, der übernehmen soll. Nach draußen gelten dieselben Sperren wie beim Wählen. Notrufe werden nie weitergeleitet, und von außen nimmt PhoneWall keine Weiterleitung an.
Hinterlässt jemand eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, meldet PhoneWall das an Ihre Telefone. Wo das Telefon es kann, sehen Sie es am Anzeigefeld. Nach dem Abhören mit *97 geht die Anzeige wieder aus.
Ruft ein Faxgerät an, erkennt PhoneWall es an seinem Ton und stellt es an das Faxgerät durch, das Sie eingetragen haben. Es gibt dabei keine Einwilligungsfrage und keine Aufnahme, und kein Telefon klingelt. Wer den Faxton nur vortäuscht, landet ebenfalls beim Faxgerät und nicht bei einem Menschen.
Telefonbuch und Anrufliste
Die Liste der Menschen, die direkt durchkommen, tippen Sie nicht ab. PhoneWall holt das Telefonbuch aus Ihrem Router oder liest es aus einer Datei, etwa aus dem Mobiltelefon. Jede Nummer steht in einer eigenen Zeile mit Haken: Festnetz, Handy und Fax eines Kontakts sind drei Entscheidungen. Faxnummern sind nie vorausgewählt.
Darunter stehen die Nummern der letzten Anrufe, die noch auf keiner Liste sind, mit Anzahl und letztem Anruf. Die sind bewusst nicht vorausgewählt, denn darunter sind auch die, die PhoneWall abgewiesen hat.
Leitungen und Anbieter
PhoneWall kann mehrere Leitungen führen, auch von verschiedenen Anbietern. Hat ein Anschluss einen Block von Durchwahlen, legen Sie fest, wo jede klingelt. Hinausgewählt wird über die erste Leitung, die gerade steht. Teure Sondernummern mit 0900 sind ab Werk gesperrt, Auslands- und weitere Sondernummern lassen sich dazuschalten.
110 und 112 gehen immer, zuerst über die Leitung, bei der Ihr Anbieter die Adresse dieses Hauses kennt. Ist die nicht erreichbar, nimmt PhoneWall jede andere. Nennen Sie dann am Telefon selbst, wo Sie sind.
Was PhoneWall nicht kann
- Eine gefälschte bekannte Nummer erkennen
- Wer eine Nummer aus Ihrem Telefonbuch fälscht, wird durchgestellt. Genau dafür ist das Telefonbuch da.
- Erkennen, ob jemand lügt
- PhoneWall prüft nicht, was gesagt wird. Es stellt eine Frage und hält fest, was passiert ist.
- Das Handy schützen
- PhoneWall sitzt an Ihrem Festnetzanschluss.
Wo es läuft
Heute auf einem kleinen eigenen Gerät, PhoneWall One, oder als Software auf einem Rechner, der ohnehin läuft, PhoneWall Server. Hingehören würde die Funktion dorthin, wo das Telefonbuch schon liegt: in den Router, die DECT-Basis, die Telefonanlage. Fertig ist davon heute nichts.
Und bei einem Internetausfall? Den Ansagen macht er nichts aus, sie liegen fertig auf dem Gerät. Ob überhaupt ein Anruf ankommt, hängt am Anschluss selbst.